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Das Waisenhaus im ehemals deutschen Dorf Landau im Distrikt von Beresan in der Ukraine

von Elizabeth (Bettsy) Madison Williams, Missoula, Montana, USA

Als Teilnehmerin der Journey to the Homeland Tour, die von den North Dakota State University Libraries im Juni 2000 gefördert wurde, besuchte Bettsy das Waisenhaus in Landau.

Übersetzung: Alice Morgenstern, Munich, Germany

English


Das Waisenhaus in Landau beherbergt 153 Kinder, 88 Mädchen und 65 Buben. Achtundvierzig dieser Kinder sind elternlos, den Eltern der anderen 105 Kinder wurden die Elternrechte durch den Staat aberkannt, wegen grober Vernachlässigung, Alkoholismus oder Unfähigkeit. Der Staat stellt die Verköstigung und die Gehälter der Lehrer zur Verfügung. Die sonstigen Bedürfnisse des Waisenhauses müssen durch Spenden aufgebracht werden, die in dieser armen Region jedoch spärlich fließen. 30 Frauen und fünf Männer arbeiten und unterrichten im Waisenhaus. Die meisten haben einen Gemüsegarten und bringen den Kindern zusätzliche Lebensmittel mit. Die Leiterinnen und Lehrer, denen wir begegneten, sind ihren Kindern sehr zugetan und betonen, sie hätten "die hübschesten Kinder der Welt". Nachdem wir einige der wirklich reizenden Kinder gesehen hatten, können wir da nur zustimmen.

Die Kinder in diesem Waisenhaus sind zwischen 7 und 16 Jahren alt. Jüngere leben in einem "Babyhaus" in Nikolajew, der nächsten größeren Stadt. Im Alter von 16 oder 17 Jahren besuchen die Kinder eine Berufsschule und sind in Wohnheimen untergebracht. Die meisten lernen das Maurerhandwerk, Nähen, Kochen und andere Arbeiten. Die Kinder im Waisenhaus von Landau gelten als zurückgeblieben in ihrer Entwicklung, auf Grund von Hörschäden, Sehschwäche, ihres Wachstums oder anderer gesundheitlicher Defizite, und viele sind in ihrem Schulpensum zurück, weil sie, als sie noch bei ihren Eltern lebten, nicht regelmäßig den Unterricht besuchten. Die gesundheitliche Betreuung der Kinder läßt zu wünschen übrig. Die Ukraine erlaubt die Adoption durch Ausländer nicht. Die Direktorinnen wußten nur von einer einzigen Adoption aus dem Waisenhaus Landau.

Die Reisegruppe Journey to the Homeland 2000 konnte drei Koffer mit Geschenken mitbringen (Kleidungsstücke, Toilettenartikel, Unterrichtsmaterial, Spielsachen und einige allgemein gebräuchliche Medikamente), dazu eine Kiste mit handgearbeiteten Wolldecken und $420. Das Geld wurde sofort dazu verwendet, um einen Bus zu mieten und Treibstoff zu kaufen, damit die Kinder in ihr Sommerlager am Schwarzen Meer geschickt werden konnten. Der Staat stellt zwar das Lager, nicht aber den Transport dorthin zur Verfügung.

Das Waisenhaus hat einen Aufsichtsrat von drei Leuten, die über über die Dringlichkeit der Bedürfnisse befinden und darüber entscheiden, wie die Spenden verwendet werden sollen. Wir sind dabei, kuns um weitere Auskünfte über das Waisenhaus zu bemühen, um zu erfahren, auf welche Weise wir diesen Kindern helfen können. Im Augenblick sehen wir nur die eine Möglichkeit, die Unterstützung zu gewährleisten, und zwar durch Teilnehmer einer Reise in die Ukraine.

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