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Die
Konflikte dreier Kulturen: Russlanddeutsche in Amerika:
Die Geschichte der Familie Jacob Roemmich
Von Dr. Herman Roemmich
Veröffenlicht durch die "Germans from Russia Heritage Collection,"
North Dakota State University Libraries, Fargo, North Dakota, 1992,
58 Seiten, Taschenbuch, Deutsch.
English
ODIN
(Online Dakota Information Network)
Bismarck-Mandan
Central North Dakota Library Network
"Es würde mehrere Bände brauchen, um alle die Nöte, Entbehrungen
und Tragödien richtig zu schildern, die diese Menschen aushielten,
als sie sich ein neues Leben und die Freiheit suchten..." bemerkt
der Autor, Herman Roemmich. Doch gelingt es ihm in diesem einen
Band, eine sehr standhafte Familie, die Roemmichs, zu beschreiben,
die, trotz der Qualen, die sie durch mehrere Generationen der Auswanderung
aus ihrer deutschen Heimat ertrug, entschlossen war, stolz auf ihre
ursprüngliche Herkunft zu sein.
Der Autor führt seinen Bericht über die Familie Roemmich bis ins
Jahr 1515 zurück, als der Name früh in der Person von Andreas Romich
erschien. Noch frühere Versionen waren anscheinend Remigius oder
Romigius; gefolgt von solchen Abänderungen wie Romig, Rommich, Remig,
Remich, Rumisch bis zur heutigen amerikanischen Schreibweise: Roemmich,
oder der deutschen, Römmich.
Seine Abstammung durch die drei Kulturen - deutsch, russisch und
amerikanisch - , die hauptsächlich seinen Charakter formten, aufspürend,
weist der Autor mit Stolz auf die Geisteskraft hin, die in jeder
Generation Unglück besiegte und viele hervorragende Führer ihrer
Zeit hervorbrachte.
Aufgrund eines Dekrets von Katherina der Großen, die Glaubensfreiheit
sowie wirtschaftliche und kulturelle Freiheiten versprochen hatte,
verließen in den 1760er Jahren viele Deutsche ihre Heimat, um in
die fruchtbare Schwarzmeer Gegend Russlands zu ziehen, wo sie entschlossen
ihre ethnische Identität bewahrten, indem sie deutsche Schulen unterhielten
und die Kultur und Sprache pflegten. Andere Zeiten brachten andere
Herrscher, die die alten Versprechen anscheinend vergessen hatten.
Die Versuche des Zaren in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
die deutschen Kolonisten zu russifizieren, erregten Unruhen, die
zu ihrem nächsten Auszug führten, entweder zurück nach Deutschland
oder ins neue Land, Amerika. Die Auswanderung dauerte bis ins zwanzigste
Jahrhundert und führte zu der großen russlanddeutschen Bevölkerungszahl
in den Vereinigten Staaten.
Als Sohn tüchtiger, gottesfürchtiger, russlanddeutscher Einwanderer,
beschreibt der Autor auf interessante Weise das Leben auf einer
Farm mitten in Nord Dakota. Er berichtet sehnsuchtsvoll vom Ablauf
eines typischen Sonntags, vom wöchentlichen Samstagsbad bis zur
Sonntagsarbeit, dem Kirchgang, dem gesellschaftlichen Mittagessen
nach dem Gottesdienst, der Andacht während gemeinsamen Abendessens.
Durch diese anschauliche Erzählung klingt der einheimische Dialekt.
Zu einer Zeit und an einem Ort, wo eine große Familie notwendig
war, um auf dem Lande existieren zu können, vergaßen diese frühen
Ansiedler trotzdem nicht den Wert einer guten Ausbildung. Es überrascht
deshalb nicht, in dieser tüchtigen Familiengruppe mehrere akademisch
gebildete und gelehrte Menschen anzutreffen.
Über den Autor
Als Amerikaner erster Generation, von rußlanddeutscher Herkunft,
ist Dr. Herman Roemmich zwischen zwei Kulturen aufgewachsen: einmal
die Kultur seiner traditionsbewußten, eingewanderten Eltern, die
nie Englisch gelernt hatten, und zum anderen die Kultur der neuen
Welt, in welcher der gescheite, ehrgeizige Bauernbursche aus Nord
Dakota seinen Horizont erweiterte. Dr. Roemmich erwarb ein akademisches
Stipendium am Jamestown College (ND). 1939 absolvierte er seine
Ausbilung als Lehrer. Er setzte seine Studien in Geschichte an der
University of Colorado fort, erreichte den Magister Grad und promovierte
1949 an der University of Washington.
In Deutschland besuchte Dr. Roemmich seinen Onkel, Pastor Heinrich
Römmich, einen berühmten Pfarrer und Erzieher, der ihn ermahnte,
die Familiengeschichte, die er zu schreiben begonnen hatte, zu vollenden.
Deutsche städtische und staatliche Archive lieferten wertvolle Erkenntnisse
über das Thema des Autors. Dies taten auch die American Historical
Society of Germans from Russia (Lincoln, Nebraska), die Germans
from Russia Heritage Society (Bismarck, North Dakota), und das North
Dakota Institute for Regional Studies, North Dakota State University
Libraries (Fargo, North Dakota), wo Professor Michael M. Miller,
Germans from Russia Bibliograph, Dr. Roemmich neuen Antrieb gab.
Er hatte sich von der San Diego State University (California) zurückgezogen,
um seine Zeit der Vorbereitung seiner Forschungen und der Herausgabe
seines Buches zu widmen.
Autor schenkt Einnahmen aus dem Buch der Germans from Russia Heritage
Collection
Dr. Herman Roemmich, geboren in Mott, North Dakota, Autor des
Buches: Der Konflikt dreier Kulturen: Rußlanddeutsche in Amerika:
Die Geschichte der Familie Jacob Roemmich, schenkt die Einnahmen
aus dem Verkauf seines Buches der Germans from Russia Heritage Collection
am Institute for Regional Studies in der Bibliothek der North Dakota
State University (NDSU).
Als Amerikaner der ersten Generation und rußlanddeutscher Herkunft,
ist Dr. Roemmich zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, der Kultur
seiner traditionsbewußten, eingewanderten Eltern, die nie Englisch
gelernt hatten, und der neuen Welt, wo der gescheite, ehrgeizige
Bauernbursche aus Nord Dakota seinen Horizont erweiterte. "Es würde
mehrere Bände brauchen, um alle die Nöte, Entbehrungen und Tragödien
richtig zu schildern, die diese Menschen aushielten, als sie sich
Freiheit und ein neues Leben suchten..." bemerkt Roemmich.
Veranlaßt durch Versprechungen von Katharina der Großen, die Glaubensfreiheit,
sowie wirtschaftliche und kulturelle Freiheit garantierte, verließen
in den Jahren um 1760 viele Deutschen ihre Heimat, um nach Russland
in das fruchtbare Schwarzmeergebiet zu ziehen. Hier bewahrten sie
standhaft ihre ethnische Identität, indem sie deutsche Schulen unterhielten,
ihre Religion ausübten und die Kultur und Sprache pflegten. In der
letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts erregten die Versuche des Zaren,
die deutschen Kolonisten zu russifizieren, große Unruhe. Sie sahen
sich vor die Wahl gestellt: entweder zurück nach Deutschland oder
in die neue Welt, nach Amerika auszuwandern. Die Auswanderung dauerte
bis ins 20. Jahrhundert und ist Ursache für die große russlanddeutsche
Bevölkerung in denVereinigten Staaten. Die Mehrzahl der Russlanddeutschen
ließ sich in Nord Dakota nieder.
Das Buch fand eine positive Aufnahme bei Rezensenten wie John
E. Bye, Archivar, North Dakota Institue for Regional Studies, North
Dakota State University. Er schreibt: "Roemmichs gut erforschte
und geschriebene Familiengeschichte schildert lebhaft die Erfahrungen
einer Familie im Zusammenhang mit den großen Ereignissen Europas
und Amerikas. Es ist eine Familiengeschichte, die jeder gern liest.
Pater William C. Sherman, Herausgeber von Schriften über die Geschichte
von Nord Dakota, kommentiert: "Diese Veröffentlichung ist sowohl
für den einfachen Leser als auch für den Gelehrten eine lohnende
Lektüre...". Es ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man
eine Familiengeschichte sorgfältig dokumentieren kann, während man
sie gleichzeitig interessant schildert. Die Namen, Daten und Orte
sind alle vorhanden, aber in einer Art und Weise verflochten, die
das Ganze in eine verständliche Perspektive bringt."
Prof. Dr. LaVern J. Rippley, Professor für Deutsch am St. Olaf
College (Minnnesota), schreibt: Dieses Buch enthält wertvolle
Information und Hinweise...Schöne Familienfotos sowie Karten und
offizielle Dokumente schmücken das Angebot weiter aus."
Das North Dakota Institute for Regional Studies ist seit langem
bemüht, das reiche Erbgut der Einwanderergruppen zu erhalten, die
sich in North Dakota niederließen. Dies führte zur Entscheidung
des Autors, dem Institut einen Beitrag zur Literatur der Russlanddeutschen
zu leisten. Er unterstützte finanziell die Veröffenlichung des Buches
und spendet die gesamten Einnahmen. Diese Spende soll es der Germans
from Russia Heritage Collection ermöglichen, eine Sammlung von Dokumenten,
Büchern, Videos und anderem Forschungsmaterial in diesem Fach aufzubauen,
die als Quelle für die spätere Arbeit genutzt werden kann.
Der Konflikt Dreier Kulturen: Rußlanddeutsche in America
von Herman Roemmich. Germans from Russia Heritage Collection, North
Dakota State University Libraries, Fargo, North Dakota USA. 58 Seiten.
Das Buch ist eine gründlich erforschte, kurze und leicht lesbare
Familiengeschichte. Aber es ist mehr als das. Es ist die Erzählung
eines wichtigen Lebensabschnittes einer ethnischen Gruppe in Nord
Dakota.
Mehr als 23.000 Deutsche aus Russland siedelten sich zwischen
1884 und 1920 in Nord Dakota an. Die meisten kamen aus Siedlungen
in der Nähe des Schwarzen Meeres. Ihre Nachkommen befinden sich
jetzt in jedem Bezirk (county) des Staates. Die Familie Jacob Roemmich
wohnte in der Nähe der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer und wanderte
in die Stadt Mott, in Südosten von Nord Dakota gelegen, ein.
Obwohl sie russiche Einwanderer waren, floß doch kein russiches
Blut in den Adern der Roemmichs. Einer der Vorfahren Jacobs war
mit seiner Frau, Katharina, und sieben Kindern 1809 aus Edenkoben
in der Pfalz geflohen, nachdem Napoleons Truppen das Gebiet westlich
des Rheins überfallen hatten.
Wie Tausende andere Deutschen vor ihnen, nahmen sie das Angebot
der russischen Regierung an: Landbesitz, religiöse Freiheit, Befreiung
vom Militärdienst. Für diese Privilegien sollten sie sich in den
fast menschenleeren Steppen am Schwarzen Meer ansiedeln.
Die Roemmichs siedelten in Worms, einer deutschen Kolonie auf
russischem Boden. Durch die Möglichkeit, deutsche Schulen zu besuchen,
bewahrten sie ihre Sprache und Kultur und bildeten eine ethnische
Einheit. Dies gelang eine Zeitlang ohne Einmischung von Seiten der
russischen Regierung. Die Familie Roemmich vermehrte sich und wurde
zu einer der größten Familien aus der deutschen Pfalz.
Als neue Herrscher den Thron bestiegen, begann die russiche Regierung,
die deutschen Siedler zu quälen. Als die Unterdrückung immer größere
Ausmaße annahm, verließen viele Deutschen, auch Verwandte von Jacob
Reommichs Frau, Sophie, Russland, und wanderten nach Amerika aus.
1910 folgten ihnen Jacob, Sophia und ihre drei Kinder nach Nord
Dakota. Weitere acht Kinder wurden im neuen Land geboren; zwei starben
jung. Aber acht Söhne und eine Tochter lebten lange genug, um mit
ihren Eltern die goldene Hochzeit zu feiern.
Herman Roemmich beschreibt feinfühlend den Kampf, den die große
Familie in einem fremden und oft erschreckenden Land zu bestehen
hatte, um sich zu ernähren.
Herman Roemmich absolvierte 1933 seine Studien am Jamestown College
in North Dakota wie auch drei seiner Brüder. Er studierte weiter,
errang an der University of Colorado, Boulder, den Magister Grad
in Geschichte und promovierte an der University of Washington in
Seattle. Er hat sich von der San Diego State University, California,
zurückgezogen.
(Rezenzion für The Forum, Fargo, North Dakota, von Frances
Wold, Bismarck, North Dakota, 24 Mai 1992.)
Die Konflikte dreier Kulturen: Russlanddeutsche
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