 |
| Die Großfamilie Mack am Tagder goldenen
Hochzeit in Mai 1999. |
Eduard Mack über sein Großliebental-Buch
Eduard Mack on His Book about Grossliebental
Volk auf dem Weg, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland,
Stuttgart, Germany, Dezember, 2001, Seite 34
Viele Deutsche aus Russland legen großen Wert darauf,
dass die Erinnerung an ihre alte Heimat in Buchform festgehalten
wird.
Einige erledigen das selbst, indem sie Bücher mit Auflagen
von 20, 50 oder ein paar hundert Exemplaren für ihre Verwandten
und Bekannten herausgeben. Andere riskieren mehr. Reicher geworden
ist dabei noch keiner, zufriedener schon. Und es befinden sich unter
den russlanddeutschen Büchern über die alte Heimat durchaus
nicht wenige, die sich sehen lassen können.
Eines der schönsten Bücher stammt von Eduard Mack,
geb. 1918 in Alexanderhilf, Gebiet Odessa. Sein Buch "Erinnerungen
an die deutschen Kolonien des Großliebentaler Rayons bei Odessa"
hat einen recht beachtlichen Leserkreis gefunden. Kein Wunder, schließlich
zählte Großliebental zu den bedeutendsten deutschen Kolonien
in der Ukraine, und die meisten noch lebenden Großliebentaler
wohnen heute in Deutschland.
Rudolf Bischof, einer der ältesten ehrenamtlichen Mitarbeiter
unserer Landsmannschaft, hat Eduard Mack zu seinem Buch befragt:
Bischof: Wie oft sind Sie in Ihre ehemalige Heimat gefahren,
um das vielfältige Material für Ihr Buch zu sammeln?
Mack: Dreimal. Ich habe mit den heutigen Bewohnern gesprochen,
aber auch mit den alten Bewohnern, die damals nach der Evakuierung
im Frühjahr 1944 zurückgeblieben sind und dort bis heute
leben konnten. Im Laufe der Jahre sind auch einige Bewohner in ihre
Dörfer zurückgekehrt, haben dort gearbeitet und sind heute
Rentner.
Bischof: Wie ist Ihr Buch bei unseren Landsleuten angekommen?
Mack: Das Interesse ist über Erwarten groß. Es
hat drei Auflagen gegeben. Bei der ersten Auflage waren es 750 Exemplare,
bei der zweiten 1.000 und bei der dritten 600. Wir haben mit der
Verpackung, dem Versand und allem Drumherum viel zu tun.
Bischof: Hat Ihnen dabei jemand geholfen?
Mack: Außer den Mitgliedern meiner Großfamilie
waren meine Cousine Emma Prägnitzer und ehemalige Mitschüler
und Jugendfreunde wie Artur Lehr sowie Else und Eugen Arnold meine
besten Helfer.
Bischof: Von welchen ehemaligen Dorfbewohnern wurden die
meisten Bücher gekauft?
Mack: Aus dem Rayonzentrum Großliebental, dem größten
deutschen Dort weit und breit. An zweiter Stelle kam mein Heimatdorf
Alexanderhilf. Vermutlich weil mich von dort noch viele Landsleute
persönlich kennen.
Bischof: Gab es auch Kritik?
Mack: Negative überhaupt nicht. Unendlich viele Danksagungen,
Gratulationen und lobende Worte kommen bis heute bei uns an. Anerkennende
Berichte sind in Lokalzeitungen, Zeitschriften und Volk auf dem
Weg erschienen.
Bischof: Unsere Menschen sind ja in der ganzen Welt verstreut.
Wurde auch aus dem Ausland bestellt?
Mack: Die meisten Bestellungen kamen natürlich aus Deutschland.
Es gab aber auch welche aus der Schweiz, aus der Ukraine, aus Holland,
Österreich und Russland. 50 Bücher sind in die USA gegangen,
wo Prof. Michael M. Miller wegen einer Übersetzung nachgefragt
hat.
Bischof: Haben auch einheimische Bundesbürger Ihr Buch
bestellt?
Mack: Da hat es ungefähr 50 Bestellungen gegeben, von
Pfarrern, Ärzten, Lehrern unserer Kinder und anderen. Einige
Bücher habe ich auch verschenkt, so an die Bürgermeister
von Ravensburg und Weingarten, an die Stadtbibliothek in Ravensburg
und das Landesmuseum. Wahrscheinlich hat sich das Buch in meinem
Umfeld herumgesprochen, denn eines Tages bekam ich eine Einladung
vom Schulwesenamt, nach der ich einen Vortrag auf einem Gewerkschaftsabend
von Lehrern gehalten und viel Applaus geerntet habe.
Solche Begegnungen mit einheimischen Bürgern dienen der Integration
unserer Aussiedler. Es wäre schön, wenn die Landsmannschaft
eine bestimmte Anzahl von begabten Referenten heranbilden könnte,
die wie Jakob Fischer von Stadt zu Stadt unsere Volksgruppe würdig
vertreten könnten.
Bischof: Haben Sie noch Bücher, die man als Geschenk
für die bevorstehenden Feiertage erwerben könnte?
Mack: Der Vorrat ist nicht groß. Aber wer sich beeilt,
hat vermutlich noch Glück.
Bischof: Werden Sie eine vierte Auflage herausbringen?
Mack: Nein. Ich bin 83, und meine Gesundheit lässt zu
wünschen übrig.
Bischof: Herzlichen Dank, lieber Landsmann Eduard Mack, und
gute Gesundheit!
|